Wiederaufnahme: Tosca in Duisburg
Mit der Wiederaufnahme von Tosca erweckt die Deutsche Oper am Rhein einen Klassiker des italienischen Komponisten Giacomo Puccini erneut zum Leben. Die Oper in drei Akten widmet sich dem Leben, Leiden und Lieben des gewöhnlichen Bürgers und erzielte damit bei der Uraufführung im Jahr 1900 große Erfolge. Die Wiederaufnahme von Tosca findet am Mittwoch, 21. Dezember, um 19:30 Uhr im Theater Duisburg statt.
Künstlerische Ideale und politische Machenschaften
Die berühmte Sängerin Floria Tosca glaubt, im römischen Polizeistaat des Barons Scarpia nur für ihre Kunst leben zu können. Politische Opposition oder gar Revolution liegen ihr fern. Erst als der Maler Cavaradossi, ihr Geliebter, angeklagt wird, den ehemaligen Konsul Angelotti versteckt zu halten, wird sie in die politischen Machenschaften des Polizeichefs verstrickt. Scarpia begehrt Tosca seit langem und benutzt ihre Angst um den Geliebten, um sie zu erpressen: Wenn sie Cavaradossi vor der Hinrichtung bewahren will, muss sie sich dem Baron hingeben. Zum Schein geht Tosca auf den Handel ein, aber als Scarpia sie vergewaltigen will, ersticht sie ihn. Jetzt scheint der Weg in die Freiheit für Cavaradossi und Tosca offen zu stehen, doch Scarpias Macht reicht über seinen Tod hinaus.
Oper nach dem Drama von Victorien Sardou
Giacomo Puccini (1858–1924) schrieb seine Oper 1889 nach dem Drama "La Tosca" des französischen Schriftstellers Victorien Sardou. "Quäle die Heldin" nannte dieser das Rezept seines Erfolges. Puccini übernahm dieses Rezept in der Konzeption seiner Oper, auch wenn er seine Heldin zunächst im Wahnsinn enden lassen wollte und nicht wie Sardou im Tod, der ihm zu hart erschien.
Nie war Tosca auf der Bühne tragischer
Regisseur Dietrich Hilsdorf treibt den Aspekt der psychischen Folter Toscas durch Scarpia auf die Spitze. Durch diese Qualen verfällt die Sängerin schließlich dem Wahnsinn, den Puccini einst für sie vorgesehen hatte: Tosca kann nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Getreu dem Zitat aus dem Libretto "Nie war Tosca auf der Bühne tragischer" zeigen Hilsdorf und sein Bühnenbildner Johannes Leiacker in der Konfrontation der eifersüchtig-liebenden Sängerin mit Scarpias Polizeistaat einen "realistischen Psychokrimi" (Ulrich Schreiber), der an atmosphärischer Spannung kaum zu überbieten ist.
Wiederaufnahme: Tosca
Mittwoch, 21. Dezember, 19:30 Uhr
Deutsche Oper am Rhein, Theater Duisburg, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg
Eintritt: 16,10 - 56 Euro
Weitere Informationen finden Sie unter: www.rheinoper.de

